Was ist ein Podcast?
Prioritäten setzen!?
Themen finden
Technik und Ausstattung
Aufnehmen und Schneiden
Podcasting bei Blogsport.de
Credits und Weiterempfehlungen

Was brauche ich, um Podcasts zu machen? Wie spreche ich so, dass die Menschen mich hören wollen? Und vor allem: Was kann ich podcasten? Ich versuche im Folgenden mal, diese Fragen zu klären, ob ich das so hundertprozentig hinkriege, weiß ich nicht. Aber Ihr könnt ja kommentieren und fragen, und wenn ich Zeit finde, pflege ich das in den Text ein.

Was ist ein Podcast
Nun, ein Podcast, kann vieles sein, gemeint ist damit je nach Sprecher einiges. Die Definition ist – glaub ich – die Einbettung einer Datei (egal ob PDF, Sound oder Video) in einen Feed (Atom oder RSS einer Seite. Also etwa Eures Blogs bei Blogsport, anderen Blog-Diensten oder etwa in Eurer eigenen Blog-Installation. Meistens sind damit aber Sachen gemeint, die mit Mediaplayern oder MP3-Playern unterwegs gehört, gelesen oder angesehen werden können. Im Folgenden widme ich mich mal dem Audio-Podcast, SarahTV kann ja sicherlich was zu Videos beisteuern. Nicht wahr, Sarah? ;)

Prioritäten setzen!?
Naja, so ging es mir und einem netten Menschen auch mal, wir wollten gerne podcasten, und hatten die Technik auch schon klar – allein es fehlte an Themen und Zeit. Und da sind wir auch schon bei der Hauptsache: Beim Podcasten kommt es aufs Ergebnis an. Und da ist es wahrscheinlich ratsam, zwischen Technikgefrickel und Themenwahl einen Mittelweg zu finden, denn sonst stirbt die Idee leider zu schnell. Denn niemand investiert gerne unglaublich viel Zeit in ein Projekt, dass weder Ruhm noch Kohle einbringt, oder wenigstens ist das Engagement dann irgendwann aufgebraucht. Und auf der anderen Seite hört niemand gerne Podcasts, die einem das Ohr vollquieken, geradewegs einen Gehörkasper verursachen, zu leise sind oder beispielsweise zu umständlich auf den MP3-Player zu laden sind.

Themen finden
Als Thema für Deinen Podcast eignet sich alles, wofür Du Dich interessierst und wo Du Dich richtig gut auskennst, oder1 Du Leute kennst, die Du fragen oder sogar interviewen kannst.
Ein Podcast kann sehr lang sein, wie beispielsweise manche als Podcast ladbaren Radiosendungen. Oder aber sehr kurz. Das hängt ganz von Dir ab, und von Deinen Ambitionen. Du kannst Dir überlegen, ob Du Cliffhanger einbauen möchtest, oder abgeschlossene Themenblöcke anbieten willst. Du kannst vorlesen (eigene Texte oder die von anderen) oder drauflosquatschen. Für die meisten Menschen (auch Moderator_innen im Radio arbeiten so) eignet sich allerdings ein Skript (hier im Sinne von Drehbuch ;) ). In das kannst Du alles reinschreiben, was Dir hilft, den Faden nicht zu verlieren, oder blöde Formulierungen zu benutzen, mit denen Du vielleicht Menschen ungewollt vor den Kopf stößt – oder die einfach blöde Versprecher sind. Wenn Du Deine Stimme zu Hause aufnimmst, kannst Du die Aufnahme jederzeit wiederholen, oder eine Passage neu aufnehmen und dazwischen schneiden. Aber Skripte helfen, solche zusätzlichen Schritte zu vermeiden.
Ich brauchte das nicht, weil ich ja einen Text abschnittsweise vorgelesen habe, und somit der "cliffhanger" schon eingebaut war. Aber der Plan könnte beispielsweise so aussehen:

Intro: Musiksequenz mit Gequatsche drüber oder Jingle
Begrüßung: Hallo zu meinem Podcast XY. Endlich hat das mal geklappt. Heute gibts …bla… und …blubb… Im Folgenden mal Gespräch/Soundfetzen/Musik. Infos dazu findet ihr hier: http://xyz.blabla
Gespräch/Soundfetzen/Musik xyz
Thema …bla…
Musik
Thema …blubb
Verabschiedung: Und tschüs!
(Thema bla und blubb lassen sich noch ausformulieren)

Technik und Ausstattung
Zu diesem Thema findet Ihr viel erhellendes im Podcast-Wiki, und für Euren Rechner und das Betriebssystem, dass Ihr benutzt, müsst Ihr Euch auch jeweils mal umschauen. Je nachdem, wie hoch Eure Ansprüche an das Hören sind, müsst Ihr Euch etwas mehr oder weniger reinknien. Zurzeit recht empfehlenswert für Mac, Windows und Linux als Aufnahme- und Schnittprogramm ist jedenfalls Audacity, dass dann noch LAME nutzen kann, um Eure Stimme/die Musik/die Geräusche in MP3-Format umwandeln kann. Aber auch das mit Macs mitgelieferte Garage Band tut seinen Job ganz gut, sofern mensch sich erstmal dran gewöhnt. Es kann allerdings nicht direkt in MP3 konvertieren. Und wenn doch, habe ich noch nicht rausgefunden, wie. Damit habe ich meine Podcasts gemacht:

Desktoprechner (Ubuntu Linux 6.10 Edgy Eft):
*Soundkarte (nachdem der Onboard-Sound so gar nicht wollte)
*Mischpult Behringer UB802, Mikrokabel, Klinke-Klinke und Klinke-Mini-Klinke-Adapter
*Mikro EM.900 plus Plopp-Schutz und Mikro-Ständer
*Kopfhörer
*Mögliche Programme findet Ihr hier, ich hab eigentlich nur Audacity benutzt.

Ein bisschen hampelig ist Audacity hier schon bei der Aufnahme, das ändert sich aber irgendwie immer, deshalb mal im deutschsprachigen Audacity-Forum für Probleme in der Benutzung mit Linux nachgucken. Und hier findet Ihr eine Anleitung, wie Ihr Podcasts mit Audacity mastern könnt.

MacBook:
*eingebautes Mikro
*Garage Band und iTunes

Jetzt wisst Ihr auch, wieso ich nach dem ersten die nächsten sechs Podcasts mit dem MacBook gemacht habe: Weniger gestöpsele und zwar kein Plopp-Schutz, aber dafür trotzdem hörbares Zeug im Ergebnis.

Aufnehmen und Schneiden
Das macht tatsächlich am meisten Spaß. Sobald alles zusammengesteckt, überprüft und der Aufnahmeknopf geklickt ist: Irgendwo gemütlich hinsetzen oder stellen und je nach Laune oder Thema brummelig vor sich hin philosophieren, fröhlich drauf losplappern – oder aber sich das Publikum vorstellen und ihm erzählen.
Der Vorteil dabei ist: Ihr steht nicht vor einer Schulklasse, einem Seminar, oder irgendeiner sonstwie kritischen oder desinteressierten Gruppe. Nein. Ihr habt was zu erzählen, und könnt das so tun, wie es Euch passt und werdet Publikum dafür finden. In dem Fall gerade hinsetzen oder hinstellen, ruhig atmen und akzentuiert, aber nicht gepresst oder bemüht sprechen. Ihr könnt natürlich auch schauspielern. Aber die meisten Menschen sind an einen lockeren, respektvollen und erklärenden Umgangston durch beispielsweise das Radio-Hören gewohnt.
Der Vorteil beim Podcasten: An sowas braucht Ihr Euch nicht zu halten. Orientierungshilfe ist es, aber Ihr könnt auch das volle Gegenprogramm fahren: Gekünstelte Sprache, Kunst- oder Phantasie-Sprache, breitester Dialekt oder gestochenes Hochdeutsch. Ein bisschen was zum Sprechen und Interviewen könnt Ihr hier nachlesen.

Ihr könnt Euren Podcast Thema für Thema oder Sequenz für Sequenz aufnehmen. Wichtig ist, dass Ihr das dann auf verschiedenen Spuren macht, damit Ihr das hinterher leichter mit Musik und anderen Tönen in die richtige Reihenfolge setzen und aufeinander abstimmen könnt. Am Anfang ist es vielleicht etwas ungewohnt und tricky, aber mit der Zeit bekommt Ihr schon raus, wie Ihr Euch das am Besten organisiert, damit es schnell geht und leicht zu händeln ist. Und falls sich doch mal ein "ehm" oder "äh" oder ein lauter Atmer in die Aufnahme geschlichen hat: Markieren und auschneiden und prüfen, ob der Übergang von Wort zu Wort sich trotzdem noch gut anhört. Oh, und: ach ja. Extrem wichtig. Zwischendurch immer mal wieder als Projekt abspeichern.

Wenn alles geklappt hat, als MP3 konvertieren, speichern. Tags überprüfen, damit das auch ordentlich aussieht im Display vom MP3-Player oder sonstwo. Und hochladen. Ich erkläre das mal fürs Audiobloggen bei Blogsport.de:

Podcasting bei Blogsport.de
Bei Blogsport.de habt Ihr Speicherplatz von 200MB für Eure Dateien, und die jeweils hochgeladene Datei darf maximal 10MB groß sein. Das beschränkt Euch zwar etwas in der Länge Eurer Mitteilungen an die Welt, aber damit lassen sich schon einige Podcasts machen. Also, auf "Upload" klicken, Eure frisch zurecht geschnippelte MP3-Datei suchen und raufladen. Dann entweder das ausschneiden, was Ihr nach dem Laden da lesen könnt. Oder da hin klicken: http://deinblog.blogsport.de/images/
Dort dann mit der rechten Maustaste auf den Link zur gerade hochgeladenen Datei klicken und „Link-Adresse kopieren“. Das, was Ihr dann im Zwischenspeicher habt, in einem neuen Blog-Beitrag verlinken. Am besten den dann auch gleich in eine neue Kategorie einordnen, die „Podcast“ oder „Audio“ oder ähnlich heißen könnte. Das hilft dann später.
Sinvolle Plugins sind: Audio Player und der WP-Upload Manager. Beide aktivieren. Und dann könnt Ihr einen Flashplayer in Eurem Blogbeitrag mit einbauen, zum Beispiel so:

[*audio:eine_datei.mp3*]

Das muss das später ungefähr so aussehen:
[*audio:http://sammelsurium.blogsport.de/images/kommunismus1.mp3*]

Und wenn die Sternchen weg sind, sieht es so aus:

Mit dem Upload Manager könnt Ihr dann im Menü „Verwalten/Upload Manager“ Dateien wieder löschen, die doof getaggt waren oder: Die nicht mehr gebraucht werden. So. Fertig. Fast.
Wenn Ihr jetzt noch möchtet, dass iTunes-Nutzer oder die Nutzer anderer Podcatcher, oder Podcasting-Dienste Euren Podcasting-Feed ordentlich nutzen können, könnt Ihr Euch bei feedburner einen Account machen, Euren Blog-Feed dort einstellen und dann den Feedburner-Feed in Eurem Blog veröffentlichen, bei podster.de, iTunes oder anderen anmelden. Zum Beispiel so. Et voila. Jetzt können all die hippen Menschen mit MP3-Playern auch über die Blogsport-Community, Eure Blogroll oder Eure Google-Besucher hinaus Euren Podcast finden und relativ bequem runterladen. Und hören.

Viel Spaß damit!

Credits und Weiterempfehlungen:

Podcast-Wiki
Podcasting bei Wikipedia
Podcasting im Lawblog
Brauchbares HowTo auf Englisch
Linksammlung bei drweb
Public Domain MP3s
Noch mehr Public Domain Sachen bei archive.org
Accoustical Liberation of Books

  1. Vorsicht: Bei vielen Texten können Autor und Verlag was dagegen haben. Ähnlich ist es auch bei andersartigen Werken/Medien, die urheberrechtlich geschützt sind. Also bei Musik drauf achten, dass die Musiker sich nicht von der GEMA vertreten lassen, oder noch besser: Unter einer Creative Commons-Lizenz die Weiterverarbeitung ihres Stückes unter bestimmten Bedingungen erlauben. [zurück]



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: